Rostock – S 3 – Hinrichsdorfer Straße

Die Rostocker Stadtteile Dierkow-West und Dierkow – Ost haben ihren Ursprung in der Zeit, als für die Arbeiter und Angestellten der Heinkelwerke neue Stadtteile errichtet wurden. Dierkow-West entstand ab 1934, Dierkow-Ost ab 1935. Die Anbindung an den öffentlichen Nahverkehr erfolgte über eine Straßenbahnlinie. Die Plattenbau-Siedlung Dierkow entstand von 1983 bis 1987.

Hinrichsdorfer Straße Stationsschild

Hinrichsdorfer Straße – Das Schild mit der Haltestellenbezeichnung war vermutlich als erstes verschwunden…

Weit ab von den Wohngebieten Dierkow-West und Dierkow-Ost wurde 1959 der S-Bahn-Haltepunkt als „Überseehafen Süd“ eröffnet. Der Haltepunkt diente zu dieser Zeit vorrangig Bauarbeitern und den im Überseehafen Beschäftigten.

1968 – mit dem Wachsen von Dierkow-West entlang der Hinrichsdorfer Straße – wurde der Haltepunkt zunächst in Haltepunkt Dierkow-West umbenannt.

Mit dem Baubeginn für die Plattenbausiedlung Dierkow (neu) 1983 und der Eröffnung einer weiteren S-Bahnstation mit dem Namen Dierkow Hp zur Anbindung des neuen Wohngebietes an den öffentlichen Nahverkehr wurde aus Dierkow-West der Haltepunkt Hinrichsdorfer Straße – um Verwechslungen zu vermeiden. Westlich des Haltepunktes entwickelte sich in der Folgezeit ein kleiner Gewerbestandort und die neu gebauten Wohnblöcke rückten näher an diesen S-Bahnhaltepunkt heran.

Bahntechnisch hatte der Haltepunkte einige Bedeutung – ein kleines Stellwerk für den südlichen Einfahrtsbereich zum Hafen und zum neuen Güterbahnhof befindet sich in der Nähe, ebenso das realisierte Abzweiggleis zur Verbindung mit dem Straßenbahnnetz. Das Gebäude für den Fahrdienstleiter ist noch erhalten.

 

Ebenso herrschte bis 1989 zusätzlicher Güterumschlag und Rangierverkehr über ein Industrieanschlußgleis.

 

In den letzten beiden Betriebsjahren der S-Bahnlinie 3 war der Haltepunkt Hinrichsdorfer Straße Endhaltestelle – die S-Bahn fuhr nicht mal mehr bis zum Überseehafen.

2012 wurden die Strecke und der Haltepunkt stillgelegt.

 

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Rossewitz – Herrenhaus

Versteckt im Mecklenburger Hinterland, abseits gut befahrbarer Wege, liegt dieses Kleinod: das Herrenhaus in Rossewitz.

Was kaum jemand weiß: es ist der erste Barockbau in Mecklenburg-Vorpommern, erbaut Mitte des 17. Jahrhunderts auf den Fundamenten einer im 30-jährigen Krieg zerstörten Burg. Bis 1760 war das Herrenhaus Sitz der Familie Vieregge, danach Besitz der Herzöge von Mecklenburg. Bis 1847 wurden noch Mittel aus dem Mecklenburgischen Staatshaushalt für den Unterhalt des Schlosses bewilligt. Das Erdgeschoss beherbergte bis etwa 1900 eine Pächterwohnung. Nach dem 2. Weltkrieg wurde das Gebäude als Flüchtlingsunterkunft genutzt. Danach folgte langer Leerstand und die zwischenzeitliche Nutzung als Filmkulisse.

Mehrere Dacheinstürze zwischen 1982 und 1992 beschädigten das Gebäude so sehr, das ein Abriss erwogen wurde. Ab 1993 gelangen verschiedene Sicherungsmaßnahmen durch die Deutsche Stiftung Denkmalschutz. Seit 2004 ist das Herrenhaus zwar wieder in Privatbesitz, steht aber immer noch leer. Auch von der barocken Parkanlage ist nur mit viel Phantasie etwas zu erkennen.