Steinbruch Stöffel

Der Stöffel: eine Basaltkuppe im Westerwald bei Enspel, Stockum, Püschen und unweit der Bahnstation Erbach (heute Nistertal – Bad Marienberg) gelegen.

Mit der Erschließung des Westerwaldes durch die Eisenbahn konnte auch die industrielle Ausbeutung der reichen Basaltvorkommen auf dem Stöffel beginnen. Die Westerwälder Zeitung berichtet am 03. März 1901: „Die Basaltgewinnung nimmt auf dem Westerwalde immer mehr zu. Etwa 20 Minuten von der Station Erbach schloß ein Landmann aus Alpenrod einen anscheinend reichhaltigen Säulen-Basaltsteinbruch auf, dessen Material von Kennern als vorzüglich bezeichnet wird. Unternehmer fanden sich bereits ein, um den Bruch anzukaufen.“

Tatsächlich sollte das Abbaugebiet auf dem Stöffel mit einer Größe von 140 Hektar der größte zusammenhängende Basaltsteinbruch des gesamten Westerwaldes werden.

Enspel - Stöffelpark - Steinbruch am Ende

Welch gewaltige Mengen hier abgebaut wurden verdeutlicht die Tatsache, das der gesamte Berg des Stöffels heute um 80 (!) Höhenmeter kleiner ist, als bei Beginn der Erschließung.

Der Basalt wurde gleich vor Ort in Brecherhäusern weiter verarbeitet – je nach Bruchgröße zu Gleisschotter, Split und Sand für den Straßenbau oder zu Wellenbrechern für den Deichbau.

Das erste Brecherhaus wurde 1902 von der Firma Adrian Basalt GmbH & Co KG errichtet und an die Bahnstrecke nach Altenkirchen angeschlossen. 1904 erfolgte der Bau der Schmiede.

Enspel - Stöffelpark - Brecherhaus 01

Adrian Basalt – Brecherhaus auf dem Stöffel

Die Zahl der Arbeitskräfte im Steinbruch wuchs von 6 im Jahre 1906 auf 26 im Jahr darauf.

1912 wurde das Dynamitlager errichtet, 1914 erfolgte der Bau einer fest installierten Dampfmaschine, die schon 1922 durch drei 125 PS-Elektromotoren ersetzt wurden.

Enspel - Stöffelpark - Schaltraum

Adrian Basalt – Blick in den Schaltraum des Maschinenhauses

1949 erfolgte der Bau der Nissenhallen (benannt nach einem kanadischem Ingenieur; Schuppen aus Wellblech zur Lagerung von Ersatzteilen und Abstellhallen für die Loren); die 1950er Jahre standen im Zeichen der zunehmenden Mechanisierung; Bagger kamen zum Einsatz und es wurde ein Förderband errichtet, das die Brecheranlagen mit der Verladestelle verband. Bis in die 1960er Jahre wurden die Loren von den Brechergebäuden den Bremsberg hinab zur Bahnverladestelle gerollt.

 

Die Firma Adrian Basalt (inzwischen umfirmiert zur Cronenberger Steinindustrie GmbH & Co. KG) stelle im Jahre 2000 den Betrieb ein, die Vorkommen in diesem Teil des Stöffels waren erschöpft.

Weitere Betreiber von Steinbrüchen bauten unabhängig voneinander auf dem Stöffel Basalt ab, so die Westerwälder Harsteinwerke (heute Basalt AG) und das Basaltwerk Jean Uhrmacher.

Begann der Aufschung der Steinbrüche auf dem Stöffel mit dem Anschluss an die Bahn, so begann der Abschwung auf Raten mit dem Erschöpfen der Basaltvorkommen und dem Rückzug der Bahn. Die Bahnverbindungen zu den einzelnen Verladestellen wurden sukzessive eingestellt: Ender der 1980er Jahre für die Verladestelle der Westerwaldbrüche in Büdingen, Ende der 1990er Jahre für die Verladestelle Jean Uhrmacher, Ende 1996 für die Verladestelle der Adrian Basalt in Enspel. Ende 2002 wurde seitens der DB Cargo AG der letzte verbliebene Zugbetrieb via Rotenburg – Limburg zu den Steinbrüchen eingestellt und der Verkehr komplett auf LKW umgestellt – bei immer noch ca. 200.000 t Schotter pro Jahr eine umstrittene Entscheidung. Bis Ende 2017 wurde auf dem Stöffel Basalt noch durch die AG Basalt gewonnen.

Aus dem Gelände des Steinbruchs der Adrian Basalt wurde der „Stöffelpark“ als industrielles Museum ins Leben gerufen – ein bisher geglückter Versuch zum Erhalt und zur Dokumentation der Industriekultur.

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