Rostock – Hochbunker LSB 1400

Eines der wenigen Relikte aus dem zweiten Weltkrieg, die in Rostock noch zu finden sind: der unübersehbare Hochbunker auf dem Gelände der ehemaligen Neptunwerft.

Erbaut wurde er um 1943 als Bunker für den Werksluftschutz der Neptun-Werft mit der Typenbezeichnung LSB 1400 – eine Variante des Marinebunkers T 750 für Marinewerften und diesem sehr ähnlich.

Die Abkürzungen sind fast selbst erklärend. LSB steht für Luftschutzbunker und das T (beim T 750) für Truppenmanschaftsbunker. Dieser Bunkertyp war ein standardisierter viergeschossiger Regelbau. Bunker diesen Types stellten die modernsten Bunker ihrer Zeit dar und sind das direkte Resultat der zunehmenden Bombardierungen deutscher Städte und Industrieanlagen.

Auf einer Grundfläche von etwa 21 m x 21 m wurde dieser Bunker in Stahlbetonbauweise errichtet. Die Wand- und Deckenstärken beim Rostocker Bauwerk liegen durchgehend bei ca. 2,50 m. Die gesamte Bauwerkshöhe liegt bei ca. 12 m. Mehrere Ein- und Ausgänge sollten einen schnellen Zugang für 1.400 Personen gewährleisten. Mittig im Inneren befinden sich zwei zentrale Treppenhäuser, um die herum die einzelnen Räume des Bunkers angeordnet wurden.

Typisch für diese Bunkerbauweise ist der Lüftungsturm mittig an der Dachkante über dem Splitterschutzvorbau.

Nach dem 2. Weltkrieg befand sich hier das Werks-Archiv des VEB Schiffswerft Neptun.

Nach dem Ende der Neptunwerft wurde zunächst ein Abriss erwogen. Heute befindet sich eine Diskothek im Inneren und eine Freiluftkletteranlage an der südlichen Außenwand.

 

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Splitterschutzzellen – Rostock

In Rostock konnte ich bisher drei Splitterschutzzellen lokalisieren.

Nr. 1 befindet sich auf dem Gelände der FIKO in Marienehe – da das Fischereikombinat (FIKO) erst nach 1945 auf dem Gelände der Heinkelwerke gebaut wurde, könnte es sich bei diesem „guten Stück“ noch um ein Überbleibsel der Heinkel-Werke handeln.
Bei der Bauart dürfte es sich um eine „DYWIDAG“ handeln, leider ist kein Typenschild mehr vorhanden, dafür liegt die Tür noch da.

 

 

 

Nr. 2 befindet sich in Reutershagen in einem Gebiet, in dem heute Garagen stehen. Was hier vorher mal war, entzieht sich leider meiner Kenntnis.
Die Bauart finde ich ungewöhnlich, da es sich um eine gemauerte Ausführung zu handeln scheint. Leider ist dieses Exemplar nicht begehbar und völlig zugemüllt.

 

 

 

Eine dritte Splitterschutzzelle  wurde bei den Bauarbeiten am Glatten Aal zu Tage gefördert – mitten im Stadtzentrum. Diese lag umgekippt da (und befand sich vermutlich unter einem Schutthügel auf dem ehemaligen Parkplatz); diese Splitterschutzzelle wurde bei der Neubebauung einfach zugeschüttet und überbaut und ging damit für die Nachwelt verloren. Leider habe ich davon kein Bild machen können, die Zuschüttaktion ging einfach zu schnell.

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