Rostock – Heinkelwerke – Standort Bleicherstraße

Im Jahre 1931 erhielt Erich Heinkel die Kündigung für seine angemieteten Hallen in Warnemünde vom zuständigen Reichskommissariat – der Warnemünder Standort befand sich auf dem Gelände des Seeflugzeug – Versuchskommandos, also einer militärischen Einrichtung.

Als Notlösung zogen die Heinkelwerke daraufhin in die Rostocker Bleicherstraße. Es war ein recht überschaubares Gelände und hatte keine Erweiterungsmöglichkeiten, bot jedoch durch die unmittelbare Nähe zum Güterbahnhof zumindest unter logistischen Aspekten gute Voraussezungen.

HRO - Heinkelwerke Bleicherstraße Werkhalle

Reste einer Werkhalle der Heinkelwerke in der Bleicherstraße

Zu diesem Zeitpunkt baute Heinkel verschiedene Flugzeugtypen für das Reichswehrministerium und Postflugzeuge. 1932 erhielten die Heinkelwerke den Auftrag zur Entwicklung und zum Bau eines Schnellflugzeuges für die Lufthansa.

1933 kündigte sich hoher Besuch bei Ernst Heinkel in der Bleicherstraße an: der Chef das noch geheimem Luftwaffenverwaltungsamtes und späterer Generalfeldmarschall Albert Kesselring. Er regte an, ein neues Werk bei Rostock für ca. 3.000 Arbeiter zu errichten; im Gegenzug garantierte er hohe Abnahmepreise für die Flugzeuge. Der kleine Standort in der Bleicherstraße ließ keine Massenproduktion zu – für die Rüstung sollte und musste in größeren Maßstäben gedacht werden; so begannen die Planungen für einen riesigen Produktionsstandort „auf der grünen Wiese“.

HRO - Heinkelwerke Bleicherstraße - Bürogebäude

Heute schwer vorstellbar, das bis 1935 vermutlich hier die Besucher der Heinkelwerke empfangen wurden…

Nachdem in Marienehe der neue Stammsitz des Unternehmens aufgebaut war, wurde der Standort in der Bleicherstraße nicht aufgegeben, sonder weiter genutzt – die Produktion in Marienehe war durch die Rüstungsaufträge voll ausgelastet. Hier in der Bleicherstraße konnte an neuen Entwicklungen und an Einzelstücken und Einzelteilen gearbeitet und probiert werden

Nach 1945 wurde auch hier alles demontiert und ausgebaut, was nicht niet- und nagelfest war und in die Sowjetunion abtransportiert. Von einer Sprengung hat man vermutlich aufgrund der Nähe zum Güterbahnhof und zu den damaligen Städtischen Werken abgesehen.

 

Die Abteilung Spedition des VEB Kraftverkehr Ostseetrans fand hier ab 1949 sein Domizil; das Gelände wurde teilweise umgestaltet – einige Produktionshallen wurden abgerissen, dafür wurde ein Garagenkomplex errichtet. Ab 1990 stand das Gelände leer – nun rollen auch hier die Abrißbagger, unbemerkt von der Öffentlichkeit.

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