Kühlungsborn – Meerwasserschwimmhalle

1969 beginnen die Bauarbeiten für die Kühlungsborner Meerwasserschwimmhalle. Sie wird unmittelbar neben dem FDGB Erholungsheim „Kurt Bürger“ errichtet und mit diesem durch einen Verbindungsgang verbunden. Es ist die erste Meerwasserschwimmhalle in der DDR.

1972 erfolgt die Einweihung und das FDGB Erholungsheim „Kurt Bürger“ heißt nun Villa Baltic.

Nach 1989 wird der FDGB als Betreiber von Meerwasserschwimmhalle und Villa Baltic abgewickelt; das Erholungsheim geschlossen. Die Stadt Kühlungsborn schlägt das Angebot aus, die Villa Baltic und die baulich mit ihr verbundene Meerwasserschwimmhalle für eine symbolische D-Mark aus der Vermögensmasse des abgewickelten FDGB zu erwerben. Wirkliche Investoren für das „Gesamtpaket“ finden sich nicht wirklich – die Schwimmhalle wird von der Stadt Kühlungsborn noch bis 2003 betrieben, bevor sie nach langem Leerstand und gescheiterten Sanierungskonzepten 2017 abgerissen wird.

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Kühlungsborn – Villa Baltic

Eine prachtvolle Villenruine in der allerbesten Lage von Kühlungsborn, die Ostsee direkt vor der Tür. Keine Gedenktafel erinnert an die wechselvolle Geschichte dieses Hauses.

Errichtet wurde dieses Schmuckstück 1910 bis 1912 als Privathaus für den  Berliner Rechtsanwalt und Notar Hausmann. Die Kosten exorbitant: 2,5 Millionen Goldmark. Das Ehepaar Hausmann blieb kinderlos und die Witwe Hausmann vermachte 1929 die Villa testamentarisch der Berliner Hochschule für die Wissenschaft des Judentums.

1930 wurde die Akademische Gesellschaft Hausmann-Stiftung gegründet, die 1931 die Villa Baltic als Erholungsheim eröffnete.

1936 wird die Hausmann-Stiftung durch die Nationalsozialisten enteignet und aufgelöst.

Das Haus wird dem Reichspropagandaministerium unterstellt und als Gästehaus der Joseph-Goebbels-Stiftung für Bühnenschaffende genutzt.

Nach 1945 wird das Haus von Soldaten geplündert, bevor es dann von der Roten Armee als Lazarett genutzt wird.

Es erfolgte eine Rückübertragung des Hauses an die Jüdische Landesgemeinde Mecklenburg, die es 1949 an die UdSSR verkauft!

In den 1950er Jahren wird aus dem Lazarett das FDGB Erholungsheim „Kurt Bürger“.

1969 wird gleich neben dem Erholungsheim eine Meerwasserschwimmhalle errichtet und durch einen Verbindungsbau mit der Villa Baltic verbunden, wie sie seit 1972 nunmehr offiziell heißt.

Nach 1989 wird der FDGB „abgewickelt“ und das Haus geschlossen. Privatisierungsversuche scheitern; das Haus wird 1991 an die Jewish Claim Conference übertragen. Diese verkauft die Villa im Jahre 2003, der neue Eigentümer geht in die Insolvenz und verkauft das Haus weiter – die Villa Baltic steht immer noch leer.