Wiesbaden – Eishaus Klarenthal

Ein unscheinbarer  Lost Place aus der Zeit, als Kühlschränke und Gefriertruhen noch nicht erfunden waren: ein Eishaus. Interessanterweise finden sich im Raum Wiesbaden noch einige Überreste dieser „Lagerhäuser für Natureis“. Dieses hier, das Klarenthaler Eishaus, hat sogar eine eigene Bushaltestelle, obwohl wahrscheinlich die wenigsten noch über die Bedeutung dieses heruntergekommenen unscheinbaren Gebäudes wissen.

Erbaut wurde es vermutlich im 19. Jahrhundert, genaue Daten sind leider nicht bekannt. Eine oberirdische Holzkonstruktion über einem extra mit Holz, Stroh und Erde isoliertem Kellerraum. Zweck dieses Bauwerkes war es, die Temperaturen im Inneren möglichst niedrig und möglichst isoliert von der Außentemperatur zu halten.

Im Winter wurde aus den eigens dafür angelegten Teichen Eis in Blöcke gesägt und im Eishaus für den Sommer eingelagert.

Noch zu sehen sind die Überreste des Eishauses: auffällig ist, das das Gebäude keine Fenster hat – dies diente der Wärmeisolierung.

Wiesbaden - Eishaus 01

Eishaus Wiesbaden-Klarenthal; auffällig ist das Fehlen der Fenster, typisch für derartige Bauten.

Auch die Teiche für die Eisgewinnung sind noch zu erkennen, obwohl sie inzwischen deutlich zugewuchert sind.

Etwa ab Mitte der 1930er Jahre verloren die Eishäuser nach und nach an Bedeutung.

 

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Wiesbaden – Hafenbahn Schierstein

1856 begann der Bau des Schiersteiner Hafens; fast gleichzeitig erfolgte der Bau von Gleisen und der Anschluß an die seit 1857 bestehende rechtsrheinische Bahnverbindung zwischen Rüdesheim und dem Wiesbadener Rheinbahnhof.

Nach 1989 nahm die Bedeutung des Schiersteiner Hafens stetig ab; die Kasernen nebst Anlegern im Osthafen wurden aufgegeben; Unternehmen geschlossen.

Im Zuge der großflächigen Umgestaltung des Hafens Schierstein verschwand auch die dortige Hafenbahn. Die letzte reguläre Hafenbahn fuhr 1999 und bediente den letzten verbliebenen größeren Betrieb: Fischer-Chemie.

Unmittelbar nach der Betriebseinstellung wurde die bestehende Anschlussverbindung an die rechtsrheinische Bahnstrecke im Bahnhof Schierstein gekappt, die Gleise nach und nach zurückgebaut.

Unmittelbar unterhalb der Schiersteiner Brücke, im Hafenweg, findet man noch ein paar Gleisreste im grün versteckt.

 

 

Wiesbaden – Taunusfilm

Der heutige Wiesbadener Gewerbepark mit der Geschäftsanschrift Unter den Eichen ist ein geschichtsträchtiger Ort der jüngeren deutschen Film- und Fernsehgeschichte.

Bei dem Namen UFA denkt vermutlich jeder unwillkürlich an große deutsche Kinofilme. Nachdem die UFA nach dem Ende des zweiten Weltkrieges zerschlagen wurde, erwarb eine Tochtergesellschaft der UFA – die AFIFA Aktiengesellschaft für Filmfabrikation – das Wiesbadener Gelände, das zu der Zeit als Reitsportanlage genutzt wurde. Aus einer ehemaligen Reithalle wurde 1949 das Filmstudio 1; eine neu gebaute Halle wurde das Studio 2 und in einem Zwischenbau entstand das Studio 3. Davon ist heute äußerlich nichts mehr zu erkennen. Einzig das Gebäude, das das Kopierwerk beherbergte, steht einsam und verlassen auf dem Gelände.

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Nach der Liquidation der AFIFA im Jahre 1956 übernahm die Taunus-Film GmbH das Gelände. Gegründet 1953 in Herne wurde 1955 der Sitz nach Wiesbaden verlagert. Die Verhandlungen zum Erwerb des Geländes und des Kopierwerkes zogen sich bis 1959 hin, was praktisch dazu führte, das zwischen 1956 und 1959 die deutsche Filmproduktion fast zum Erliegen kam.

Der Standort entwickelte sich dann schnell zum Zentrum der deutschen Film- und vor allem Fernsehproduktion. Viele Wiesbadener kenne das Gelände noch heute als „Taunusfilm-Gelände“. Hier war auch von 1964 bis 1984 der Sitz des ZDF (bis zu dessen endgültigem Umzug nach Mainz).

Die Taunusfilm Produktionsgesellschaft, unter deren Dach die Film- und Fernsehproduktionen zusammenliefen, meldete 2003 Insolvenz an – wegen der schwierigen Lage auf dem Werbe- und Medienmarkt, wie es hieß. Am 30.09.2003 wurde der Betrieb eingestellt.

Das ehemalige Studio 1 des ZDF wurde im Jahre 2007 umgebaut und bildet heute einen wesentlichen Bestandteil der (Medien-) Hochschule RheinMain.

Das unter dem Namen ABC & Taunusfilm Kopierwerk betriebene Kopierwerk für Film- und Fernsehproduktionen hatte noch bis zum Jahr 2012 Bestand.

Viel ist nicht mehr zu sehen von diesem einstigen Zentrum des deutschen Films. Mit etwas Glück kann man noch den einen oder anderen Blick auf einige Relikte erhaschen.

Wiesbaden – Rheinkai Menz

In Mainz Kastell, direkt unterhalb der Theodor-Heuss-Brücke, hatte mehr als einhundert Jahre die Firma Menz OHG ihren Stammsitz.

1870 zunächst als Baggerunternehmen gegründet, stand seit 1878 die Kiesgewinnung aus dem Rhein im Vordergrund. 1900 kam der erste schwimmende Dampfbagger zum Einsatz. An der Umschlagstelle am Rheinkai in Mainz-Kastel wurde der Kies aus den Kiesschiffen entladen. Zuerst per Hand, später dann mit Baggern.

Nach dem Ende des zweiten Weltkrieges war die Kaianlage und die Kies-Siebanlagen fast vollständig zerstört. Der schwierige Wiederaufbau gelang und das Unternehmen nutzte seinen angestammten Sitz in Mainz – Kastell bis 2011.

Seit 2011 wird die ehemalige Verladestelle nicht mehr genutzt (hier soll eine Uferpromenade entstehen), der Hauptsitz des Unternehmens wurde nach Biebrich verlagert.

wi - menz verladestelle

Aartalbahn – Bahnhof Eiserne Hand

Der von Wiesbaden aus gesehen niedrigst gelegene Übergang über den Taunushauptkamm bildete ein Einschnitt mit dem Namen Eiserne Hand. Er liegt ca. 100 Höhenmeter niedriger als die umgebenden stark bewaldeten Berge des Taunus. Dieser Vorteil wurde bei der Streckenplanung der Aartalbahn berücksichtigt und so auch das Naherholungsgebiet um den Schläferskopf für die Kurstadt Wiesbaden touristisch besser angebunden.

Mit einer Höhe von 421 m über NN ist der Bahnhof Eiserne Hand der höchst gelegene Punkt der Aartalbahn und der höchst gelegene Bahnhof im gesamten Taunus.

Dass Bahnhofsgebäude war ein zweigeschossiger Klinkerbau nebst Wartehalle und einem Anbau der ein Restaurant beherbergte.

Im Jahre 2004 wurde der Bahnhof durch einen Brand schwer beschädigt, jedoch wieder aufgebaut. Die Bahnhofsuhr soll sich sogar noch im Originalzustand befinden.

Auch nach der Betriebseinstellung auf der Bahnstrecke wird das Bahnhofsgebäude als beliebtes Ausflugs- Restaurant genutzt.

In den 1960er Jahren wurden ursprüngliche Gleise im Bahnhof entfernt und der Bahnhof zum Haltepunkt zurückgebaut.

Aartalbahn - Bahnhof Eiserne Hand

 

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Aartalbahn – Bahnhof Wiesbaden Hbf

Als frühere Langenschwalbacher Bahn war der Startpunkt der Bahnlinie der heute nicht mehr vorhandene Wiesbadener Rheinbahnhof.

1906 wurde der Rheinbahnhof geschlossen. Der neu erbaute Hauptbahnhof Wiesbaden lag näher an der Innenstadt und stellt als Kopfbahnhof einen wesentlichen Verkehrsknotenpunkt dar, was das Umsteigen deutlich vereinfachte.

Der Aartalbahn blieb ein separates Gleis im rechten Teil des Bahnhofes vorbehalten – das ehemalige Gleis 11. Die Betriebseinstellung für den Personenverkehr auf der Aartalbahn im Südabschnitt am 25. September 1983 betraf den Hauptbahnhof Wiesbaden unmittelbar: Das Gleis 11 wurde zurückgebaut (das Bahnbetriebswerk im Wiesbadener Hauptbahnhof war schon 1981 geschlossen worden).

Aartalbahn - Bahnhof Wiesbaden

 

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