Flugplatz Damgarten – SAS-Werkstatt

Ein besonders gesicherter Bereich in einem gesicherten Bereich. Nach dem Kontrollduchlassposten zum Munitionslager, hinter Zäunen versteckt, biegt ein inzwischen fast völlig zugewucherter kleiner Weg vom Hauptweg ab. Die Reste eines weiteren kleineren Wachgebäudes verfallen im Wald. Eine von Bäumen umwucherte große Peitschenlaterne weist den Weg tiefer in den Wald hinein.

Rechts werden die Reste einer Kfz-Halle sichtbar – der Unterstand für die mobile Nachrichtentechnik.

Ein unscheinbares Gebäude, in Tarnfarben gestrichen, zeigt sich in unmittelbarer Nähe. Das dieses Gebäude etwas besonderes darstellt, zeigt sich schon an der hölzernen Eingangstür. Reste einer selbstgebauten Schallschutzverkleidung werden sichtbar.

Vergitterte Fenster; die Reste einer Tür mit „VS-Luke“ – die runde Ausbuchtung für die Petschaft als manuelle Sicherung der Unversehrtheit ist auch noch zu erkennen. Und dann der Fund einer gut erhaltenen ehemaligen Wandtafel, achtlos auf dem Fußboden liegend: Anweisungen des Diensthabenden SAS-Mechanikers.

#Titel SAS Werkstatt

Damgarten - SAS-Werkstatt Dienstzimmer

Blick in ein Dienstzimmer – überraschend gut erhalten

Ganz offensichtlich handelte es sich bei diesem Gebäude um das Werkstattgebäude für die sogenannte Spezial-Nachrichtentechnik – auf russisch SAS. In vereinfachter Umschrift Sasekretschiwanije Awtomatitscheskoje Swjasi – in etwa zu übersetzen mit Automatische Chiffriergeräte. Als Bestandteil des Nachrichtenwesens bestand die Aufgabe des SAS- und Chiffrierdienstes in der Gewährleistung der gedeckten Truppenführung über Nachrichtenverbindungen. Praktisch wurden entweder Nachrichten direkt chiffriert oder verschlüsselt oder codiert übertragen – über Fernsprechverbindungen, Fernschreibverbindungen; über Funk-, Richtfunk oder kabelgebundene Verbindungen; mobil oder stationär. Die „SAS-Truppen“ waren eine geheime „Truppe“ innerhalb der Nachrichtentruppe. Die Geheimhaltung war so groß, das selbst heute kaum jemand darüber spricht.

Deshalb ist dieser Fund etwas ganz besonderes!

Das Gebäude ist ansonsten (natürlich) völlig ausgeräumt, befindet sich jedoch noch in einem recht passablen Zustand – dies wird wohl der abseitigen Lage zu verdanken sein.

Ein größerer Erdhügel in unmittelbarer Nachbarschaft zum Werkstattgebäude lässt einen entsprechenden Bunker vermuten – dies konnte jedoch nicht verifiziert werden; das Gelände ist völlig zugewuchert und es konnten weder ein Eingang noch entsprechende Bunkeraufbauten ausgemacht werden.

SAS - Werkstatt - Schaltkasten

Ein hölzerner Schaltkasten im SAS-Bereich – das wäre heute undenkbar…

Lediglich hinter dem Werkstattgebäude fanden sich Überreste einer Antennenanlage – ein größeres Plattenfundament, zwei Schaltkästen aus Holz (!) und einige Kabelreste neben einem vergammelnden Stacheldraht-Zaun.

Überraschend sind auf jeden Fall die improvisierten Installationen in diesem geheimen Bereich: der provisorisch anmutende Schallschutz an der Zugangstür Marke Eigenbau und die hölzernen Schaltkästen der Antennen-verkabelung. Es scheint so, als wären „die Russen“ sehr entspannt gewesen in der Umsetzung der sehr strengen Vorschriften zur Sicherung der Geheimhaltung und Beschränkung des Zuganges zu jedweder SAS- Technik (einschließlich und insbesondere der Anschaltpunkte – das waren immer ganz besonders neuralgische Punkte).

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