Wiesbaden – Eishaus Klarenthal

Ein unscheinbarer  Lost Place aus der Zeit, als Kühlschränke und Gefriertruhen noch nicht erfunden waren: ein Eishaus. Interessanterweise finden sich im Raum Wiesbaden noch einige Überreste dieser „Lagerhäuser für Natureis“. Dieses hier, das Klarenthaler Eishaus, hat sogar eine eigene Bushaltestelle, obwohl wahrscheinlich die wenigsten noch über die Bedeutung dieses heruntergekommenen unscheinbaren Gebäudes wissen.

Erbaut wurde es vermutlich im 19. Jahrhundert, genaue Daten sind leider nicht bekannt. Eine oberirdische Holzkonstruktion über einem extra mit Holz, Stroh und Erde isoliertem Kellerraum. Zweck dieses Bauwerkes war es, die Temperaturen im Inneren möglichst niedrig und möglichst isoliert von der Außentemperatur zu halten.

Im Winter wurde aus den eigens dafür angelegten Teichen Eis in Blöcke gesägt und im Eishaus für den Sommer eingelagert.

Noch zu sehen sind die Überreste des Eishauses: auffällig ist, das das Gebäude keine Fenster hat – dies diente der Wärmeisolierung.

Wiesbaden - Eishaus 01

Eishaus Wiesbaden-Klarenthal; auffällig ist das Fehlen der Fenster, typisch für derartige Bauten.

Auch die Teiche für die Eisgewinnung sind noch zu erkennen, obwohl sie inzwischen deutlich zugewuchert sind.

Etwa ab Mitte der 1930er Jahre verloren die Eishäuser nach und nach an Bedeutung.

 

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Rüdesheim – Hindenburgbrücke

1913 begannen die Bauarbeiten an dieser Eisenbahnbrücke zwischen dem rechtsrheinischen Rüdesheim und dem linksrheinischen Bingen – hauptsächlich aus militärischen Gründen. Mit dieser Brücke sollte die Bahnverbindung von der rechtsrheinischen Seite an die Nahetalbahn sichergestellt werden. Der schnellere Transport von Truppen und Material in Richtung französische Grenze stand im Mittelpunkt. Nach erstaunlich kurzer Bauzeit wurde die mit 1.175 Metern damals längste Rheinbrücke am 16. August 1915 eröffnet. 1918 wurde sie nach dem ersten Reichspräsidenten Paul von Hindenburg benannt.

Die Brücke bestand im Ufer-Vorbereich aus steinernen Gewölbebrücken, und im Rhein (der an dieser Stelle etwa 900 m breit ist) aus einer 741 langen Stahlbogenbrücke.

Der Bahnverkehr auf der Brücke war so gering, das zwischen die Gleise eine Fahrbahndecke aus Holzbohlen eingebaut wurde, so dass sich die Brücke auch für Kraftfahrzeuge nutzen ließ. Um die Baukosten zu refinanzieren, war die zivile Benutzung gebührenpflichtig. Ganze 4 Reichsmark kostete die Brückenbenutzung für zivile Kraftwagen. Nur bei den seltenen Zugfahrten wurde die Brücke für den übrigen Verkehr gesperrt.

Bei einer Brückenbreite von 12 m, entfielen 7 m auf die Doppelgleisanlage nebst integrierter Fahrbahn; es blieb noch genügend Platz für einen beiderseitigen Fußweg.

Eigens für die Fußgänger waren beiderseitig Treppenaufgänge angelegt worden.

Am 13.Januar 1945 wurde die Vorbrücke bei einem Luftangriff zerstört; die gesamte Brücke wurde durch deutsche Pioniere am 15.März 1945 gesprengt.

Ein Wiederaufbau der Brücke als Bahnbrücke wurde lange diskutiert, jedoch aufgrund des zu geringen Verkehrsaufkommens schließlich verworfen.

Wiesbaden – Hafenbahn Schierstein

1856 begann der Bau des Schiersteiner Hafens; fast gleichzeitig erfolgte der Bau von Gleisen und der Anschluß an die seit 1857 bestehende rechtsrheinische Bahnverbindung zwischen Rüdesheim und dem Wiesbadener Rheinbahnhof.

Nach 1989 nahm die Bedeutung des Schiersteiner Hafens stetig ab; die Kasernen nebst Anlegern im Osthafen wurden aufgegeben; Unternehmen geschlossen.

Im Zuge der großflächigen Umgestaltung des Hafens Schierstein verschwand auch die dortige Hafenbahn. Die letzte reguläre Hafenbahn fuhr 1999 und bediente den letzten verbliebenen größeren Betrieb: Fischer-Chemie.

Unmittelbar nach der Betriebseinstellung wurde die bestehende Anschlussverbindung an die rechtsrheinische Bahnstrecke im Bahnhof Schierstein gekappt, die Gleise nach und nach zurückgebaut.

Unmittelbar unterhalb der Schiersteiner Brücke, im Hafenweg, findet man noch ein paar Gleisreste im grün versteckt.

 

 

Wiesbaden – Jagdschloss Platte

Auf dem 500m hohen Taunushauptkamm, nordwestlich von Wiesbaden, wurde in den Jahren 1823 bis 1826 für den Nassauischen Herzog Wilhelm ein Jagdschloß in klassizistischem Stil errichtet.

Kurz vor dem Ende des zweiten Weltkrieg wurde es bei einem Bombenangriff auf eine nahe gelegene Flak-Stellung am 03. Februar 1945 völlig zerstört.

Der Wiederaufbau mit einem einzigartigen architektonischem Konzept gelang durch die Stiftung Jagdschloß Platte e.V. in den Jahren 1987 bis 2007.

 

Wiesbaden – Schlachthof

Im Jahre 1884 wurde vor den Toren der Stadt Wiesbaden ein Schlachthof errichtet. Es entwickelte sich schnell ein größerer Komplex; Viehandel in großen Viehhallen und Fleischverkaufsstellen aller Art, eine Ölmühle und später sogar eine Spedition siedelten sich hier ebenso schnell an.

In den Jahre 1897 bis 1899 entstand die Kühlanlage und das Maschinenhaus nebst Wasserturm. Im Untergeschoss des 36 m hohen Wasserturms befand sich ein Kühlraum, im Erdgeschoss wurde Eis ausgegeben. In den oberen Stockwerken befanden sich die Baderäume für das Personal und die Untersuchungsräume für die Veterinäre. Interessanterweise gab es oben im Wasserturm ein Heißwasserreservoir, der Kaltwasserspeicher befand sich im Keller.

Als 1906 der Wiesbadener Hauptbahnhof in unmittelbarer Nähe eröffnet wurde, entwickelte sich dieser Standort schnell.

Das Maschinenhaus, das Kesselhaus und das Vorkühlhaus wurden im zweiten Weltkrieg zerstört und danach wieder aufgebaut.

1990 wurde der Schlachthof geschlossen und fast das ganze Gelände abgebrochen.

Ab 2008 wurde die Brachfläche um den erhaltenen Wasserturm erfolgreich zu einem Kultur- und Freizeitzentrum umgestaltet, das international bekannt und geschätzt ist.

Die ehemalige Kleinviehkammer und Räucherhalle ist heute eine Konzerthalle; das ehemalige Kesselhaus beherbergt Gastronomie.

 

 

Steinbruch Taunusstein – Halberg

Mitten im Taunussteiner Ortsteil Wehen befindet sich der vor allem durch den lokalen Fußball bekannte Halberg. Hier befand sich ein Schiefersteinbruch.

Viel zu sehen ist vor Ort nicht mehr: einige Meter Gleise der Lorenbahn, die die Straße nach Orlen queren, einige Bearbeitungsspuren am Fels im dichten Wald am Hang und verschüttete Gebäudereste – der Steinbruch wurde nach seiner Betriebsaufgabe Mitte der 1980er Jahre mit Bauschutt verfüllt; auf dem Berg wurde eine Sportanlage errichtet; den Rest hat sich die Natur zurückgeholt.

Erschreckend wenig ließ sich über die Geschichte dieses Ortes herausfinden.

Vermutlich wurde der Steinbruch in den 1920er Jahren in Betrieb genommen; der gebrochene Schiefer wurde unter anderem für die Uferbesfestigungen der Aar und des Orlenbaches verwendet. Im zweiten Weltkrieg waren Kriegsgefangene zur Zwangsarbeit im Steinbruch eingesetzt.

Steinbruch Taunusstein – Altenstein

Auf dem Taunuskamm zwischen Wiesbaden und Taunusstein, unweit der Aartalbahn – Station Eiserne Hand befindet sich das heutige Naturdenkmal Altenstein.

Der Quarzitfelsen wurde in den Jahren 1854 bis 1857 als Steinbruch genutzt, was die markante Form des Felsens erklärt.

Der gewonnene Stein wurde als Pflasterstein für den Bau der Straße im Aartal benötigt (heute ist das die asphaltierte Bundeststraße B 54)

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